Auf der Suche nach einem geeigneten Schulersatzgrundstück plant die Stadt jetzt die Fällung von Bäumen am Grüngürtel. Schlechter konnte eine Standortwahl nicht ausfallen: Das Kita-Gelände am Venloer Wall 13 soll massiv reduziert werden, um dort vorübergehend dreigeschossige Schulcontainer aufzustellen. Dafür sollen erhebliche Eingriffe in den Grünbestand vorgenommen, etliche Bäume, Büsche und Sträucher ohne Not entfernt werden.

Gegen die geplante Rodungen am Grüngürtel
Blick vom Haus Mitte

Der Außenbereich der beiden städtischen Kitas würde demnach erheblich verkleinert, die Spiel- und Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder drastisch reduziert. Auch die bisher vorgehaltenen Naturerfahrungen für die Jüngsten würden damit der Vergangenheit angehören, wogegen große Teile der Elternschaft bereits protestieren. Insbesondere die mangelnde Information und Transparenz seitens der städtischen Stellen hat u.a. beim Elternbeirat für Unmut gesorgt.

Das Projekt hätte aber auch brutale Auswirkungen für die Kölner Naturfreunde: Die geplanten Baukörper grenzen unmittelbar an den kleinen Garten des Naturfreundehauses Mitte; dieses würde hinter einer überdimensionierten Stahlwand verschwinden. Es ist empörend, dass die Stadtverwaltung derart rücksichtslos mit dem traditionsreichen Haus umgeht, welches hier bereits seit 71 Jahren steht. Die Kölner Naturfreunde sind bislang weder informiert, in Kenntnis gesetzt oder gar in die Planung miteinbezogen worden. 

Gegen die geplante Rodungen am Grüngürtel
Diese Grünfläche soll weichen

Der Rat der Stadt Köln hat vor zwei Jahren den Klimanotstand ausgerufen, weshalb sich Umweltzerstörungen – zumal an einer derart exponierten Stelle – eigentlich von selbst verbieten. Wir protestieren energisch gegen die geplanten Rodungen und fordern die Stadt Köln auf, ein geeignetes Ersatzgelände zu suchen und zu finden. Dass dies möglich ist, zeigt der zugrundeliegende Ratsbeschluss 1121/2020 selbst:  Nur wenige hundert Meter weiter hat die Stadt ein weiteres Schulersatzgrundstück identifiziert. Es handelt sich dabei um eine Brachfläche, die bislang als Parkplatz genutzt wurde. Die umwelt- und klimaschutzrelevanten Auswirkungen dürften hier weitaus verträglicher sein.

Das Gleiche gilt für die verkehrlichen Auswirkungen, denn die Zufahrtstraßen sind für die zu erwartenden Eltern-Verkehre weder ausgelegt noch überhaupt geeignet. Auch die geplante Vergabe an einen privaten Totalunternehmer ist politisch höchst umstritten und sollte unseres Erachtens dringend überprüft werden.

Die Kölner Naturfreunde fordern den Stopp der bisherigen Planungen und bitten darum, die Online-Petition zu unterzeichnen und zu verbreiten:

https://www.openpetition.de/petition/online/stop-des-bauvorhabens-auf-dem-aussengelaende-zweier-kindertagesstaetten-in-der-koelner-innenstadt

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